AKTIV und VITAL: KW 13/21 – Alte Bräuche zu Ostern

Alte Bräuche zu Ostern

Wir kennen viele Bräuche zu Ostern, wie das Ostereiersuchen, die Osterfeuer oder das Ostereierschießen. Es gibt aber auch viele Osterbräuche, die nicht so bekannt sind. Hier stellen wir einige vor.

Das Kreuzlstecken ist in der Oberpfalz ein alter Brauch zu Ostern. Früher machte der Bauer an den Osterfeiertagen einen Rundgang durch seine Felder. Dabei nahm er geweihte Palmzweige vom Palmsonntag und Späne vom „Brandl“ mit. Das waren ca. 30 cm lange Holzspäne, die als Bündel zusammengebunden und an einem Ende am Osterfeuer angebrannt wurden. Dadurch galten sie, wie die Palmzweige, als geweiht. Die Späne wurden mit einem Querhölzchen zu einem Kreuzchen geformt und zusammen mit einem Palmzweiglein in die Felder gesteckt. Dabei wurde ein Vaterunser und ein Ave Maria gebetet und das Feld mit Weihwasser besprengt. So erbat man sich Gottes Segen.

Die Hellenberger Osternacht ist ein einmaliger Brauch, der seinen Ursprung in der Zeit vor der Christianisierung des Sauerlandes hat und wahrscheinlich der Vertreibung der Wintergeister diente. Am Karsamstag versammeln sich die Leute auf dem Markplatz an der St. Heribert Kirche. Um Mitternacht geht die Straßenbeleuchtung aus. Wenn die Kirchturmuhr dann 24 Uhr geschlagen hat, wird ein nur hier überliefertes Passionslied gesungen. Nach dem letzten Ton setzt ein ohren-betäubender Lärm ein und ein Umzug setzt sich in Bewegung, der von Fackelträgern, beleuchteten Kreuzen, Klapper- und Rasselträgern, sowie einer Landknechtstrommel begleitet wird. Der Zug zieht auf einer seit Jahrhunderten nicht veränderten Route durch die Straßen. Nachdem der Zug seinen Ausgangspunkt wieder erreicht hat, werden noch einmal alle Register des ohrenbetäubenden Lärms gezogen, um dann ganz plötzlich zu enden. Die Lichter gehen wieder an und die Teilnehmer verteilen sich in den Gaststätten des Ortes.

Das Antlass-Ei, ein Brauch, der hauptsächlich in Bayern und Österreich bekannt ist. Das Antlass-Ei ist ein am Gründonnerstag gelegtes Hühnerei, dem Wunderkraft nachgesagt wird und das auch nicht verderben soll. Es soll vor Hochwasser und Blitzschlag bewahren, weshalb es von Zimmerleuten im Gebälk des Dachstuhles verborgen wird.

Die Tradition der Osterreiter gibt es in der Oberlausitz seit Jahrhunderten. Für diese Prozession kleiden sich die Reiter sehr festlich und schmücken auch ihre Pferde mit buntbesticken Schleifen. Die Reiter ziehen mit Kreuz, Kirchenfahnen und einer Christusstatue von Ort zu Ort und bringen die Botschaft von der Auferstehung Christi. Wer zum ersten Mal mitreitet trägt ein Myrthenkränzchen. Bei einem Jubiläum darf sich der Reiter mit einer silbernen „25“ bzw. goldenen „50“ schmücken. In der Oberlausitz gibt es neun dieser Osterprozessionen.