AKTIV und VITAL: KW 15/20 – Osterbräuche

Auch wenn es dieses Jahr ein ganz anderes Osterfest ist, wollen wir uns dennoch ein bisschen mit Ostern befassen. Für die Christen ist es das wichtigste Fest im Jahr und hat viele verschiedene Bräuche. Die meisten stammen aus vorchristlicher heidnischer Zeit. Neben den allgemein bekannten Osterbräuchen gibt es auch regional ganz unterschiedliche und unbekannte Sitten.

Die wohl bekanntesten Bräuche sind gleichzeitig auch die ältesten: nämlich das Osterei und der Osterhase. Beide sind von unserem Ostern nicht mehr wegzudenken. Beide symbolisieren die Fruchtbarkeit und die Entstehung neuen Lebens.

Die Osterkerze gilt als Zeichen des Lebens. In ihr vereinigen sich die griechische, jüdische, römische und christliche Lichttradition. Und es ist Sitte in der Osternacht zahlreiche Kerzen aufzustellen.

Das Osterlamm geht ebenfalls auf ein jüdisches Ritual zum Passahfest zurück. Früher wurde noch ein echtes Lamm geschlachtet, heute finden wir es meist als Backwerk aus Rührteig.

Ein Brauch, der vor allem im Spreewald bei den Sorben verbreitet ist, ist das Osterwasser holen. Hier wird in der Nacht zum Ostersonntag in einem Tonkrug aus einem Bach oder einer Quelle, die aus östlicher Richtung kommt, von den Mädchen Wasser geholt. Diesem Wasser werden heilende Kräfte nachgesagt.

Heutzutage weniger bekannt ist das Osterlachen „Risus Paschalis“. Es war üblich, dass die Pfarrer nach der Fastenzeit und dem Karfreitag die Gläubigen mit einer komischen Predigt zu einem befreienden Lachen brachten.

Das Osterfeuer ist zwar in unserer Region nicht so bekannt, aber dafür werden in vielen Gegenden damit die Wintergeister vertrieben und der Frühling begrüßt.

Die Ostersemmel, die das Palmblatt symbolisieren soll, ist auch ein mehr regional begrenzter Osterbrauch.

Einen Osterspaziergang machen wir alle gerne, wie in einem Gedicht „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche …“ von Goethe beschrieben wird. Aber auch diese Tradition hat ursprünglich einen christlichen Hintergrund.

Ein Brauch, den es auch schon seit 2000 Jahren gibt, der aber bei uns weniger bekannt ist, ist das Osterradrollen. Hier wird ein mit Stroh gestopftes oder geschmücktes Holzrad einen Hügel hinab gerollt.

Das Osterreiten ist ein Brauch, der noch relativ bekannt ist. Hier reiten Männer in Frack und Zylinder auf festlich geschmückten Pferden eine festgelegte Prozessionsstrecke entlang, die traditionell in den Nachbarort führt.

Etwas verrückte Bräuche sind das Eierwerfen, der Eierlauf oder Eierlage, das Ostereierschieben und das, bei uns in der Region beliebte Ostereierschießen. Hier werden mehr oder weniger die Ostereier in verschiedener Weise geworfen, eingesammelt oder einen Hang hinuntergerollt.

Keine lange Tradition, aber bestimmt bei den Kindern auch sehr beliebt, sind die Postfilialen des Osterhasen, die sich in Ostereistedt und Osterhausen befinden.

Wir wünschen Ihnen ein schönes  und gesegnetes Osterfest und bleiben Sie gesund.

Ihr Seniorenbeirat

der Verbandsgemeinde Eisenberg