AKTIV und VITAL: KW 32/20

Kennen Sie Bertha Benz und Amalie Hoeppner?

Bertha Benz ist bestimmt vielen ein Begriff. Sie sorgte dafür, dass das Automobil, das ihr Ehemann Carl Benz entwickelt hat, auch Erfolg hatte. Sie war es, die mit diesem Gefährt eine längere Fahrt von Mannheim nach Pforzheim wagte und so bewies, dass die Erfindung ihres Mannes doch zu gebrauchen war. Der Erfolg des neuen Fortbewegungsmittels machte auch Regeln notwendig. So wurde bereits im Jahre 1888 für Carl Benz eine Fahrerlaubnis ausgestellt. Einen allgemeinen Führerschein gab zu dieser Zeit noch gar nicht. Der wurde erst am 3. Mai 1909 für ganz Deutschland eingeführt.

Und hier hören wir von Amalie Hoeppner. Sie ist die erste Frau, die in Deutschland den ersten offiziellen Führerschein bekommen hat. Mit ihrer Prüfung im Jahr 1909, die sie in Leipzig abgelegt hat, durfte sie sich mit offizieller Erlaubnis hinter das Steuer setzen. Das war aber nicht so einfach wie heute. Zu der damaligen Zeit musste ihr Mann noch zustimmen, dass sie die Prüfung überhaupt machen durfte. Dies war offiziell in Deutschland noch bis 1958 so. Danach erst durften die Frauen dies selbst entscheiden. Leider ist von Amalie Hoeppner nicht sehr viel mehr bekannt, als diese Tatsache mit dem Führerschein und dass Leipzig in dieser Zeit eine Stadt der Frauenrechtsbewegung war.

Die erste Frau überhaupt, die einen Führerschein machte, war die französische Frauenrechtlerin Herzogin Anne d’Uzes, die 1898 in Paris ihre Prüfung ablegte. Was bei uns nun schon über 110 Jahre gilt, ist für Frauen in Saudi-Arabien erst seit 2018 möglich. Erst dann wurde dort das Fahrverbot für Frauen aufgehoben.

Amalie Hoeppner hätte es sich bestimmt nicht vorstellen können, dass in unserer heutigen Zeit mittlerweile jedes dritte Auto in Deutschland auf eine Frau zugelassen ist und etwa dreiviertel der in Deutschland lebenden Frauen einen Führerschein besitzen.

Buchtipp

Ungebremst leben: Wie ich mit 77 Jahren die Freiheit suchte und einfach losfuhr von Heidi Hetzer

 Eine alte Dame, ein launischer Oldtimer und ein wahr gewordener Traum „Alter schützt vor Leben nicht“, so lautet Heidi Hetzers Devise, als sie 2014 mit einem Hudson Baujahr 1930 alleine zu einer Reise um die Welt aufbricht. Schon als Jugendliche schwimmt sie gegen den Strom, als sie in den Fünfzigerjahren im väterlichen Betrieb eine Kfz-Lehre absolviert. Mit gerade einmal Anfang Dreißig übernimmt sie das Familienunternehmen und macht es zum größten Autohaus Berlins, gründet eine Familie – und fährt regelmäßig Rallyes. Erstmals erzählt Heidi Hetzer jetzt ihr ganzes Leben und von ihrer abenteuerlichen Reise während zweieinhalb Jahren durch vierzig Länder, von einer Tour de Force voller Pannen und Hindernisse, Höhen und Tiefen, aber auch voller faszinierender Erlebnisse und Begegnungen mit hilfsbereiten Menschen. Inspirierend, kraftvoll, Mut machend!

Dieses Buch finden Sie auch in der Bücherei der Verbandsgemeinde. Nutzen Sie auch gerne unseren Ausleihservice.

Zitate   

Eine Frau am Steuer ist ein Mensch, der alle Verkehrsvorschriften genau befolgt und dafür beschimpft wird, dass er einen Mann behindert, der sie nicht befolgt.

Bertha Benz (1849-1944)

 Es wird Wagen geben, die von keinem Tier gezogen werden und mit unglaublicher Gewalt daher fahren.

Leonardo Da Vinci (1452 – 1519)