AKTIV + VITAL KW 06/19: Lebt länger, wer seinem Arzt die Treue hält?

Unser Wochentipp:

Lebt länger, wer seinem Arzt die Treue hält?

Der englische Mediziner Sir Denis Pereira Gray gilt als der Guru der Kontinuität in der ärztlichen Pflege. Er und sein Team haben 22 Studien aus 9 Ländern mit mehr als einer Million Patienten ausgewertet – das Ergebnis: Wer seinem Arzt die Treue hält, wird der Tendenz nach weniger oft krank und meist auch älter. Galt solche Treue bei manchen Leuten eher als ein Ausdruck von Bequemlichkeit oder Unbeweglichkeit, so zeigt sich im Lichte von Grays Untersuchung nun, dass sie positive Wirkungen mit sich bringen kann: wenn zwischen Arzt und Patient ein jahrelanges Vertrauensverhältnis gewachsen ist, dann werden z. B. Therapieratschläge eher befolgt und vermutlich steigert sich auch die „Placebo“-Wirkung des betreffenden Arztes (placebo heißt wörtlich: „ich werde gefallen“ – gemeint ist in unserem Zusammenhang die heilsame Überzeugung auf Seiten des Patienten, dass sein Arzt ihm wirksame Hilfe bietet). – Im Internet findet sich die Studie (leider nur in Englisch!) unter: bmjopen.bmj.com/content/8/6/e021161

Hinterfragt:

„Ich ignoriere dich!“ – Wirklich?

Beleidigt zu sein, gibt es viele Anlässe: enttäuschte Erwartung, Missachtung, Zurückweisung, …  Kommt es ganz dick, dann heißt es am Ende gar: „XY? – Ist für mich Luft!“ Aber hört XY deswegen wirklich auf, für mich zu existieren? (Vielleicht begegne ich XY ja tatsächlich recht häufig.) – Joseph Berke nennt drei Zwecke des Beleidigtseins: (1) das bekommen, was mir zusteht (und ich es nicht habe oder meine, es nicht zu haben) – wie etwa mehr Aufmerksamkeit; (2) soziale Macht zurück gewinnen – z. B. soll sich das Gegenüber schuldig fühlen und so zur Wiedergutmachung veranlasst werden; (3) „eine Retourkutsche fahren“ – Motto: wie du mir, so ich dir! – Wie soll man reagieren? Man kann, mit Fingerspitzengefühl, auf sein Gegenüber zugehen, um das Eis zu brechen, oder, wenn es das in der Tat so will, es in Ruhe lassen. Doch eines ist gewiss:  „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ (Paul Watzlawick).

Die Buchempfehlung :

„Geschwisterbande“ von Anselm Grün (bene! Verlag)

„Freunde kann man sich aussuchen, Geschwister nicht“, lautet ein vielzitierter Satz. Bruder und Schwester sind diejenigen, mit denen wir oft die längste Zeit im Leben zusammen sind. Im Idealfall lernen innerhalb der Familie die Jüngeren von den Älteren und es bilden sich intensive Beziehungen, die später auch in Krisenzeiten tragen. Aber gerade weil man schon seit frühester Kindheit zusammen ist, entstehen oftmals auch tiefgehende Konflikte. Die Eltern bevorzugen vielleicht die eine und übersehen die Bedürfnisse des anderen: Mamas Liebling – Papas Prinzessin. Spätestens, wenn es irgendwann, oft Jahrzehnte später, ans Erben geht, brechen alte Konflikte auf.

Auch in der Verbandsgemeindebücherei!

Das Zitat zum Nachdenken:

„Ein liebend Herz wird nimmermehr beleidigt.“ (Leopold Schefer, 1784 – 1862)

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