Der 4. Dezember ist der Tag der Heiligen Barbara – ein Teil der Bergbaugeschichte rund um Eisenberg

Die Weihnachtszeit ist eine Zeit der Bräuche. Tannenbaum, Krippe, Weihnachtsessen und Geschenke gehören für die meisten ganz einfach zum Fest dazu. Einen nicht ganz so weit verbreiteten Brauch in der Vorweihnachtszeit möchten wir Ihnen heute passend am 4. Dezember vorstellen.

Bereits seit dem achten Jahrhundert ist die Verehrung der Heiligen Barbara belegt. Sie ist die Schutzheilige vieler Berufe, so auch der Bergleute. Die Bergleute verehren sie, weil die Legende sagt, dass sie sich auf der Flucht vor ihrem Vater in einer Felsspalte, die sich auf wundersame Weise für sie geöffnet hat, versteckt hat.

Grube Abendtal

Der Bergbau in und um Eisenberg hat eine lange Tradition. Er hat viele Jahre das Leben der Menschen in unserer Region geprägt. Durch die Kameradschaft und Verbundenheit der Bergleute wurde 1966 der Bergmannsverein „Glück auf“ gegründet. Dieser hielt und hält die Traditionen der Bergleute aufrecht, so auch die der Heiligen Barbara. So wurde am 4. Dezember der Heiligen Barbara gedacht und die traditionelle Barbarafeier ausgerichtet, die in der Regel am Samstag nach dem 4. Dezember stattfand. Als der Bergbau noch eine wirtschaftliche Größe war, fand die Feier im Evangelischen Gemeindehaus in Eisenberg statt und es kamen Abordnungen von Bergmannsvereinen aus anderen Bergbauregionen, z. B. aus dem Saarland. Diese Feier war auch immer ein Anlass, die traditionelle Bergmannstracht zu tragen. Leider gibt es seit 2017 in unserer Region den Untertage-Bergbau nicht mehr. Aber die Tradition der Bergleute wird weiterhin, wenn auch in kleinerem Stil fortgeführt.

So ist es auch Brauch, dass am Barbaratag ein Kirschzweig geschnitten und in der Wohnung aufgestellt wird, damit er an Weihnachten in voller Blüte steht. Diese Zweige stehen für Hoffnung und neues Leben. Natürlich können auch andere Zweige, z.B. Weide oder Forsythie genommen werden.

 

Hier ein Gedicht von Josef Guggenmos zum Barbaratag:

Geh in den Garten am Barbaratag.
Gehe zum kahlen Kirschbaum und sag:
Kurz ist der Tag, grau ist die Zeit.
Der Winter beginnt, der Frühling ist weit.
Doch in drei Wochen, da wird es geschehn:
Wir feiern ein Fest, wie der Frühling so schön.
Baum, ein Zweig gib du mir von dir.
Ist er auch kahl, ich nehm ihn mit mir:
Und er wird blühen in seliger Pracht
mitten im Winter in der Heiligen Nacht.

Viele vorweihnachtliche Grüße vom Seniorenbeirat der Verbandsgemeinde Eisenberg!

Autor: Marie-Luise Selzer

Projektkoordination - Digitale Dörfer; Chefredakteur www.eisenberg-aktuell.de