Aktiv & Vital KW 15/21 – Der Ramadan

Der Ramadan

Im Februar haben wir über die Fastenzeit ab Aschermittwoch berichtet. Heute möchten wir Ihnen den Ramadan, den Fastenmonat des Islam, etwas näherbringen.

Der Ramadan ist die islamische Fastenzeit. Er ist nach islamischer Überzeugung der Monat, in dem Mohammed der Koran von einem Erzengel offenbart wurde. Er verschiebt sich jedes Jahr, da er nach dem Mondkalender berechnet wird und nicht nach dem bei uns üblichen gregorianischen Kalender, der sich an der Sonne orientiert. Der Ramadan ist der neunte Monat im islamischen Kalender und beginnt dieses Jahr am 13. April. Die Fastenzeit beträgt 30 Tage und endet am 12. Mai. In dieser Zeit dürfen Muslime zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. Das Fastengebot gilt für alle Muslime ab der Religionsmündigkeit, was dem Alter von etwa 14 Jahren entspricht. Einige Personengruppen sind vom Fasten ausgenommen, z. B. chronisch kranke und alte Menschen.

Der Ramadan ist eine der fünf Säulen des Islam und eine besonders heilige Zeit. Beim Fastenmonat liegt der Fokus vor allem auf der Stärkung des Gottesbewusstseins, der Entwicklung der Selbstbeherrschung, der Selbstreflexion und der Nächstenliebe.

Mit der Pflichtabgabe (Zakat) und den Spenden (Sadaqa) sowie den Speisetafeln zum Fastenbrechen werden Bedürftige gesättigt und umsorgt. Mit den Tarawih-Gebeten, den Koranrezitationen, dem Gottesgedenken (Dhikr), Bittgebeten und Wünschen wird die Freude und Begeisterung auf die ganze Gesellschaft ausgebreitet. Im Ramadan werden zahlreiche Wohltaten und Belohnungen sowie Verzeihung und Vergebung gewährt.

Nach Sonnenuntergang findet jeden Abend das Fastenbrechen statt. Dieses wird mit einem Bittgebet eingeleitet, dazu wird traditionell eine Dattel und ein Schluck Wasser gereicht. Das Fastenbrechen wird meist in der Gemeinschaft gefeiert. Man trifft sich in der Moschee oder man lädt Freunde und Verwandte zum gemeinsamen Fastenbrechen ein.

Der Ramadan endet mit einem der bedeutendsten Feste des Islam, dem Fest des Fastenbrechens (arabisch: Id al Fitr), das auch Zuckerfest (türkisch: Ramazan/Seker Bayrami) genannt wird. Im Türkischen ist der Begriff Zuckerfest gebräuchlich, weil Kinder an diesem Tag Süßigkeiten geschenkt bekommen. Das Fest des Fastenbrechens beginnt am Morgen mit einem Festgebet in der Moschee und dauert je nach Land und Region zwei bis drei Tage. Zum Ramadanfest gehören Verwandtenbesuche und ausgiebige Festessen.

Wie wird der Ramadan in Ländern gefeiert, in denen die Sonne im Sommer praktisch nicht untergeht? In diesen Regionen nördlich des Polarkreises orientieren sich die Muslime an den Zeiten nach Mekka in Saudi-Arabien.