Leseempfehlung der Gemeindebücherei Kerzenheim – Es war einmal in Italien

Der Autor Luca du Fulvio gehört schon seit Jahren zu meinen Lieblingsautoren.
„Der Junge, der Träume schenkte“ oder sein letztes Werk: „Als das Leben unsere Träume fand“ waren schon Bestseller. Aber mit diesem Epos hat er sich selbst übertroffen!

Luca di Fulvios Romane zu lesen ist immer etwas ganz Besonderes! Gefühlt – öffnet man eine Tür – schreitet in eine andere Welt – und nimmt alles so intensiv wahr – als wäre man selber dort vor Ort. Wie ein Zauberer entführt er einen in eine magische Kulisse mit unglaublich toll gezeichneten Charakteren, deren Ausstrahlung und Charme man sich nicht entziehen kann.

Schauplatz des Geschehens ist Italien 1870- speziell Rom. Die Kämpfe, die dort stattfinden, führen letztendlich zur endgültigen Eingliederung des Kirchenstaates in das italienische Königreich und zur Deklarierung Roms als neue Hauptstadt Italiens. Bildgewaltig beschreibt der Autor das vergangene Rom, so daß ich nicht nur einmal bestimmte Teile der Stadt bildlich vor Augen hatte. Drei Waisenkinder, drei Schicksale und eine umkämpfte Stadt. Nur zufällig geraten die Contessa, Pietro und Marta in den Freiheitskampf Italiens und müssen früher oder später entscheiden, auf welcher Seite sie stehen und wohin ihr Leben sie führen soll……
Alle drei Handlungsstränge, die aus der Sicht der Contessa, Pietro und Marta erzählt werden , sind gleichermaßen fesselnd.

Bildgewaltig beschreibt der Autor die faszinierende Welt des Zirkus Callari und seiner Artisten, den Glanz und das Elend von Rom. Aber auch unfassbar grausame Szenen, die der Freiheitskampf mit sich bringt, erscheinen wie in einem Kinofilm vor dem eigenen Auge. Man liest das Buch nicht nur – man fühlt das Buch!

Fazit: Dieser Roman ist für mich „der“ historische Roman 2020! Ich habe selten so ein beeindruckendes, bildhaftes, mitreißendes und emotionales Buch gelesen! Ein Buch, das jeden Leser in seinen Bann zieht, nicht mehr loslässt und auch noch begleitet, wenn die letzte Seite schon lange gelesen ist!

Die Zeit, die wir jetzt im Moment gezwungener Maßen zu Hause verbringen müssen, ist bestens geeignet, um Wissenslücken zu füllen über eines der wichtigsten Kapitel der italienischen Geschichte. Und – um vielleicht etwas besser zu verstehen – was es ausmacht – dieses „Italien“ – das uns Deutsche so magisch anzieht!

Leseunterhaltung vom Allerfeinsten – besser geht es nicht!!!

Von Heike Rogozinski

Autor: Marie-Luise Selzer

Projektkoordination - Digitale Dörfer; Chefredakteur www.eisenberg-aktuell.de