Sagenhafte Weihnachtszeit – Ramser Geschichten

Zur Weihnachtszeit am Kaminfeuer sitzen und alten Geschichten lauschen: Wir haben heute am 18. Dezember zwei alte Ramser Sagen hervorgeholt. Diese wurden im Rahmen der 72-Stunden-Aktion der Kolpingjugend gesammelt und fanden den Weg in das “Ramser Kochbuch der Generationen”.

Die Sage von den verschwundenen Glocken

Wie so viele Kloster, Burgen und Herrensitze, so wurde auch das Kloster Ramsen ein Opfer von Kriegswirren und wüstem Treiben. Die Mönche, die das Kloster in seinen letzten Jahren verwalteten und betreuten, konnten gerade noch die Glocken in dunkler Nacht vom Turme bringen und in einer der Klosterwiesen vergraben. Schon oft suchte man nach ihnen, doch niemand hat sie bis heute gefunden, da der genaue Platz niemandem mehr bekannt ist.

Der Fisch am Brunnen

Vor vielen, vielen Jahren, so erzählt man sich, ging einmal ein furchtbares Unwetter mit Donner und Blitz auf das obere Eistal nieder. Hoch war der Bach von den Wassermassen, die ins Tal strömten, angeschwollen. Da sahen die Leute, die um ihr Hab und Gut bangten, in den reißenden Fluten einen riesengroßen Fisch. Der war so unheimlich groß, noch niemand hatte einen solchen gesehen. Was aber die Leute am meisten in Angst und Schrecken versetzte, aus dem offenen Maul des Untieres ragte ein bärtiger Männerkopf. Alle rannten sie schreckensbleich fort. Nur zwei beherzte Männer versuchten das Ungetüm zu fangen, doch vergebens. Zur Erinnerung an das unheimliche Geschehen, meißelte ein Steinmetz ein Abbild des Fisches mit dem Männerkopf in eine Steinplatte und brachte diese in das nahe Kloster. Lange Zeit war sie dort über einer Tür eingemauert. Als das Kloster in Verfall kam, holte man das Denkmal ins Dorf, wo es erst über der Betzenkammer festgemacht war. Heute ist der steinerne Fisch im Aufbau des Ramser „Röhrbrunnes“ zu sehen.

Autor: Marie-Luise Selzer

Projektkoordination - Digitale Dörfer; Chefredakteur www.eisenberg-aktuell.de