Schöner Beitrag: Eisenberg im SWR-Fernsehen – in „Fahr mal hin“

Am 31.01.2020 war Eisenberg in der Sendung „Fahr mal hin“ zu sehen. Alle, die die Sendung verpasst haben werden in der SWR Mediathek fündig unter:

https://www.ardmediathek.de/swr/player/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzExOTUyMzQ/total-geerdet-die-pfalz-rund-um-eisenberg?fbclid=IwAR0JDlLPDlZJhMnvX-UnokJzc9lXC3Zu5GiwM7SA74xOMX6weEXfgTqMnJg

Der Name des Beitrages ist „Total geerdet – die Pfalz rund um Eisenberg“.

U.a. wurde über die Grube Riegelstein und die Erlebnislandschaft Erdekaut berichtet.

Hier die Beschreibung von der SWR-Seite:

Eine weite und offene Landschaft mit herrlichen Aussichten: So könnte man die Pfalz rund um das kleine Städtchen Eisenberg beschreiben. Aber ihr wahres Gesicht zeigt sich erst, wenn man den Blick auch nach unten richtet. Jahrhundertelang hat hier nämlich der Ton die Musik gemacht. Vor 70 Jahren gab es noch Dutzende Tongruben hier – und 900 Bergleute förderten unter Tage. Die ganze Gegend lebte vom Tonabbau.

Raimund Hoffmann kann sich genau an diese Zeit erinnern. Die Grube Riegelstein war sein riesiger Spielplatz – und es gab für ihn nicht Schöneres, als seinem Onkel das Essen zu bringen, die Maschinen zu bewundern und im Grubenweiher zu baden. Kindheitserinnerungen. Heute ist die „Erdekaut“ ein Landschaftsschutzgebiet und mit seltenen Tieren und Pflanzen.

Pflanzen sind genau das Ding von Hannah und Jessy Loranger. Die Biologinnen verwandeln gerade eine ehemalige Streuobstwiese in einen Waldgarten, basierend auf den Prinzipien der Permakultur. Nachhaltig und naturnah – aber auch auf die menschlichen Bedürfnisse abgestimmt. Die beiden leben erst seit kurzem in der Pfalz, in einem Wohnprojekt, dass es schon zwar schon seit den 80er-Jahren gibt, das man heutzutage aber als modern bezeichnen könnte: die alte Papierfabrik in Ebertsheim. Fast 60 Menschen leben heute auf dem alten Fabrikgelände, junge und alte, Hartz IV-Empfänger*innen und Großunternehmer*innen.

Klaus Stahl war von der ersten Stunde mit dabei und hat zusammen mit seinen Mitkämpfer*innen die alte Fabrik um- und aufgebaut. Dabei hat es natürlich gut gepasst, dass er selbst Schreinermeister ist. In seiner Schreinerei verarbeitet er ausschließlich einheimische Hölzer und die heutige Wegwerfkultur in der Möbelbranche ist ihm zutiefst zuwider. Er fertigt hochwertige Möbel, die auch nach Jahrzehnten nicht aus dem Leim gehen.

Nicht Holz, sondern Eisen hat der Stadt Eisenberg ihren Namen gegeben – und die Eisengießerei hat hier bis heute eine große Tradition. Reiner Heilmann ist hier geboren und auch bei ihm geht es heiß zu: Aber immer nur dann, wenn er seinen Backofen anschmeißt. Der Vollkornbäcker ist gelernter Landwirt und hat das Korn, das er für seine Brote, Brötchen und Kuchen verarbeitet, vor kurzem noch selbst angebaut und geerntet. Selbständig zu sein, das war ihm schon seit seiner Jugend wichtig.

Weißwurst-Europameister Christian Speeter aus Hettenleidelheim hat die Metzgerei vor mehr als 20 Jahren von seinem Vater übernommen und führt sie nun schon in dritter Generation. Neben der Metzgerei hat er sich als zweites Standbein einen Catering-Service aufgebaut und hofft, dass seine Söhne das Geschäft irgendwann übernehmen werden und die Metzger-Tradition weiterführen.

Ein paar Kilometer entfernt in Neuleiningen lebt einer, der sich auch alten Werten und Traditionen verbunden fühlt: Ortsbürgermeister Franz Adam. Ehe die „Burgschänke“ zu einer Eventlocation verkommt, führe ich sie lieber selbst weiter, hat er sich gedacht – und hat nicht nur die Traditionsgaststätte, sondern auch die Speisekarte sowie das gesamte Personal übernommen. Seit fast 500 Jahren wird in der Burgschänke schon gegessen und getrunken, und dank Franz Adam wird das auch so bleiben. Ein Musterbeispiel an Kontinuität. Das gibt man so leicht nicht auf, wenn man aus diesem Teil der Pfalz stammt. Dort wo die Menschen das Gute bewahren – und nicht die Bodenhaftung verlieren.

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