Aktiv & Vital KW 5/23

Sagen und Legenden

Überall in der Welt gibt es verschwundene Städte oder Inseln. Die bekannteste ist wohl die Insel Atlantis. Aber auch die Stadt Vineta ist relativ bekannt, vor allem im Ostseeraum.

Die Insel Atlantis, die laut Platon außerhalb der „Säulen des Herakles“ lag, heute die Straße von Gibraltar, versank innerhalb einer Nacht mitsamt aller ihrer Bewohner komplett im Meer.

Die Stadt Vineta lag der Sage nach auf einer Insel vor Usedom. Sie soll während einer Sturmflut, wegen ihres Hochmutes, untergegangen sein.

 

Die verschwundene Stadt Rickfurt

Vor langer Zeit, so geht die Kunde, bestand dort, wo sich heute der Ripperterhof befindet, eine Stadt, die den Namen „Rickfurt“ trug.

Den Bewohnern der Stadt ging es immer gut, zu gut. Ohne dass sie viel taten, wurden sie immer reicher und reicher. Auf ihren Wiesen und Feldern wuchs stets das Doppelte als sonst bei den Bauern in der ganzen Umgebung. Dadurch wurden sie sehr eingebildet, stolz und übermütig dazu. Keine Kirche hatte mehr Platz in ihren Mauern, keine Fremden ließen sie zu sich herein. Sie wollten ihren Reichtum alleine für sich haben. Bald ging das Gerücht um, dass dies nicht mit rechten Dingen zugehen konnte und sie sich mit dem Teufel verbunden hätten. War es so?

Jedenfalls – nach genau einhundert Jahren – war plötzlich über Nacht  die ganze Stadt mit all ihren Häusern, Ställen und Scheunen, aber auch allen Menschen verschwunden. Nur ganz wenige Mauerreste blieben übrig, die noch heute in der Nähe des Ripperterhofes zu erkennen sind. Grauen erfasste die Leute in den umliegenden Dörfern und Höfen. Alle begannen wieder ein gottesfürchtiges Leben zu führen, ohne Neid und Missgunst.

Das Schicksal der Stadt Rickfurt aber blieb bis auf den heutigen Tag im Dunkeln. Oder sollte das sündige Rickfurt vielleicht doch die Stadt gewesen sein, die einstmals der Teufel geraubt hat und von der der Name immer noch nicht bekannt ist? Eine andere Sage erzählt darüber.

 

Quelle: Meine Heimat von Georg Spieß